Unsere Gärtnerei ist ein Angebot des Instituts Hartheim, das Menschen mit kognitiven und mehrfachen Beeinträchtigungen betreut, begleitet und unterstützt. In Form einer "Integrativen Beschäftigung" arbeiten bei uns Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gärtnerei mit.
Wir setzen uns für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Die Idee der Vielfalt, Teilhabe und Nachhaltigkeit wollen wir auch in den heimischen Gärten erhalten und vergrößern.
Daher haben wir gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz des Landes OÖ die Projekte der heimischen Pflanzenvermehrung ins Leben gerufen.
Die Idee
Unsere heimischen Pflanzenarten haben sich im Laufe ihrer Entwicklung an die herrschenden Umweltbedingungen angepasst. Die Vielfalt unserer heimischen Flora wird seit Jahrzehnten durch die Verwendung gebietsfremder Pflanzen verfälscht. Das Institut Hartheim wirkt als Gründungsmitglied des REWISA Netzwerkes https://www.rewisa.at seit mittlerweile Zwanzig Jahren dieser Entwicklung entgegen, indem es viele heimische Gehölze, Stauden und Gräser, aus regional gewonnenen Saatgut erzeugt, und so einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der innerartlichen Vielfalt (Biodiversität) leistet.
Nutzen & Nachhaltigkeit
Für Renaturierungen, Blumenwiesen, Trockenrasen, die Gartengestaltung und die Anlage von Hecken haben unsere heimischen Stauden und Gehölze - vom Bodendecker bis zum Baum - für trockene, feuchte, schattige und vollsonnige Standorte eine Menge zu bieten.
Mit der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich, werden auch laufend Arten die vom Aussterben bedroht sind, vermehrt und wieder in die heimischen Naturräume ausgepflanzt.
Heimische Pflanzen sind an unser Klima angepasst und es gibt nach kalten Wintern oder heißen Sommern keine bösen Überraschungen.
Sträucher haben als wichtigste Bestandteile von Waldrändern, Feldgehölzen und Hecken eine zentrale Bedeutung für unsere Ökosysteme.
Für unsere Tierwelt bieten sie von der Blüte bis zur Frucht wichtige Nahrung und Lebensraum, die diese auf gebietsfremden Nadelgehölzen, Zierkirschen und Co. nicht oder nur unzureichend finden können. Aber auch für uns haben sie z.B. in Form von Dirndlmarmelade oder Schlehenlikör einiges zu bieten.
Die Projekte
In einem ersten Schritt wurden im Jahr 2006 in Oberösterreich wildwachsende Gehölzbestände für die Regionen Böhmische Masse und das nördliche Alpenvorland ausfindig gemacht, die Früchte geerntet und gereinigt. Im Jahr 2007 wurden diese zu Jungpflanzen angezogen. Mit den so erhaltenen Pflanzen wurden im Institut Hartheim sowie in weiteren Partnerbetrieben so genannte "Erntehecken" angelegt, aus denen seither kostengünstig regionales Saatgut, Stecklinge und in der Folge Jungpflanzen gewonnen werden. Diese Produkte werden nunmehr an interessierte Gärtnereien, Baumschulen, öffentliche Einrichtungen, Landwirt:innen und auch an Gartenbesitzer:innen abgegeben.
Ergänzend wurde ab 2008 ein weiteres Leader-Projekt initiiert, in dem der Schwerpunkt auf der Vermehrung von heimischen Stauden, Kräutern und Gräsern liegt. Mittlerweile finden sie bei uns etwa 250 Arten von Stauden und Gräsern aus den verschiedensten Herkunftsregionen bzw. den unterschiedlichsten Standorten. Gerade die heimische Tierwelt ist auf genau diese regionalen Arten spezialisiert.
Weiters wird für das Land Salzburg die Saatgutreinigung zur Vermehrung Regionaler Gehölze durchgeführt.
Ein besonderes Highlight sind unsere alljährlich selbst gemachten Adventgestecke und -kränze und unsere Osterdekoration zur Weihnachtszeit bzw. zu Ostern.
Gesellschaftspolitische Komponenten
Den Rahmen für dieses Vorhaben bildet innerhalb des Institutes Hartheim die Gärtnerei mit der Bezeichnung WISA–Wildpflanzen und Saatgut, in der die von uns begleiteten Menschen an allen anfallenden Tätigkeiten mitwirken bzw. diese im Rahmen ihrer Fähigkeiten selbstständig durchführen.
So leisten sie mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Verbreitung regional zum Teil bedrohter Pflanzenarten und der Biodiversität.